SCHUTH: Tragbarer Kompromiss zur EU–Pflanzenschutzmittelgesetzgebung
13.01.2009Â
Eine zu drastische, wissenschaftlich nicht fundierte Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel würde laut Schuth nicht nur die Versorgungssicherheit durch unsere Landwirte gefährden, sondern auch am Ziel eines verbesserten Verbraucherschutzes vorbei führen. Im Gegenteil würde die Europäische Union steigende Lebensmittelpreise und wachsende Importe aus Regionen riskieren, in denen Pestizide kaum reguliert werden.
Trotz der Entschärfung der überzogenen Entscheidung des Umweltausschusses sind die Herausforderungen für Europas Landwirte angesichts des Festhaltens an einzelnen pauschalen Wirkstoffverboten aber immer noch enorm. Hierzu Willem Schuth: "Pflanzenschutzmittel sind wichtige Werkzeuge der Agrarwirtschaft und eine Mindestauswahl unentbehrlich, um der Gefahr von Resistenzen bei einseitigem Einsatz zu begegnen. Statt pauschaler Ausschlusskriterien hätten wir strikt auf Basis wissenschaftlich fundierter Risikoeinschätzungen entscheiden sollen."
Willem Schuth abschließend: "Grundsätzlich halte ich Anstrengungen zur Minimierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes im Rahmen einer fortschrittlichen Landwirtschaft für unverzichtbar. Allerdings gefährden wir ohne richtiges Augenmaß und sinnvolle Alternativen eher die Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln als dass wir sie fördern. Nur ein integrierter Einsatz aller vorhandenen Techniken kann die ausreichende Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln auch in Zukunft sicherstellen."
