DGLI - Liberal International

FDP und DGLI besuchen Panzerpioniere in Gera

02.11.2010 Ganz außerhalb des gewohnten Umfeldes bewegten sich die Mitglieder des Landesfachausschusses Internationale Politik der Thüringer Liberalen am Freitag, dem 29.10.2010. Sie besuchten zusammen mit Vertretern der Deutschen Gruppe Liberal International eine international tätige Organisation, die nur wenige als solche wahrnehmen: Die Panzerpioniere der Bundeswehr in Gera.

Der Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Kurt Dannenberg, freute sich sehr über den Besuch, denn "Meinen Soldaten ist es wichtig, dass die Politik sich für sie interessiert". Gerade die einsatzerprobten Frauen und Männer seiner Einheit müssten wissen, dass ihre Sorgen und Nöte ernst genommen werden. "Dabei geht es mir nicht um eine Partei, mir geht es um alle Parteien" stellt der Kommandeur vor den Liberalen klar. Klare Worte sind ohnehin seine Sache. Die Geraer Panzerpioniere seien eine der besten und vor allem die erfahrenste Pioniereinheit der Bundeswehr. Nicht nur bei den Hochwassereinsätzen im Inland, für die sie vom Bundesland Thüringen besonders ausgezeichnet wurden. Sondern auch in Afghanistan, wo sie, teilweise unter Beschuss, Brücken und andere Bauwerke errichtet haben. Brückenbau ist die Spezialität der Pioniertruppe, zivil wie militärisch. Dannenberg ist es wichtig, dass seine Frauen und Männer fest verwurzelt sind in Ostthüringen. "Familien interessieren weiche Faktoren" sagt Dannenberg, der selbst verheiratet und Vater einer Tochter ist. Gerade wenn es in gefährliche Auslandseinsätze gehe, müsse man wissen, dass die Familie geborgen sei. Die Mehrzahl seiner Soldatinnen und Soldaten käme ohnehin aus der Region. So treibt seine Soldaten eine Frage ganz besonders um: die geplante Reform der Bundeswehr und deren Auswirkungen auf den Standort Gera. Exakt vorhersehen kann das auch Dannenberg nicht, aber er wünscht sich, dass seine Truppe in Gera bleibt. "Wenn wir weggehen, gibt es keine Bundeswehr mehr in Ostthüringen. Allein 81 Zivilisten fahren hier jeden Morgen rein in die Kaserne und arbeiten" sagt Dannenberg. Aber auch die Soldaten selbst seien interessant für regionale Wirtschaft, verlassen sie doch die Armee mit anerkannten Berufsabschlüssen. So könnten die Pioniere Aufbauhilfe ganz anderer Art leisten: "Wir tun hier aktiv was gegen den Fachkräftemangel in der Region".

Bei allem Interesse für die Region ist Dannenberg aber vor allem Soldat. Ihn interessieren die militärischen Argumente, die für den Standort auf dem Hain sprechen. Und auch da sei man gut aufgestellt. Platz für einen Ausbau gebe es mehr als genug, weil man nahe an, aber nicht in der Stadt sei. Die Lage ermöglicht außerdem die gründliche Ausbildung sowohl zu Lande als auch zu Wasser. Für den hohen Ausbildungsstand wurden seine Leute denn auch kürzlich erst belobigt, und das immerhin vom Verteidigungsminister persönlich. "Für Gera sprechen schwergewichtige Argumente" resümiert der Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag, Carsten Klein, nach dem Besuch. Nun gehe es darum, einen Stein Wasser zu werfen, "erst dann kann eine Welle entstehen" sagt er. Dirk Bergner, der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag schließt sich an. Obwohl er mit gemischten Gefühlen an seine Zeit bei der NVA zurückdenkt, sei er von den Notwendigkeit der Bundeswehr mittlerweile überzeugt. Deswegen habe die FDP-Fraktion zwei Kleine Anfragen zur Standortsicherheit in Thüringen an die Landesregierung gerichtet. Weitere parlamentarische Initiativen würden folgen, so Bergner. In Gera bereiten sich die Pioniere derweil auf einen zweiten großen Einsatz in Afghanistan im Jahr 2012 vor. „Auftrag ist Auftrag" sagt der Oberstleutnant knapp.

Bilder vom Besuch der Panzerpioniere finden Sie hier.

Auch die Presse hat vom Besuch berichtet. Den Bericht finden Sie hier.
Samstag, 25. Mai 2013