Die DGLI trauert um Otto Graf Lambsdorff


Otto Graf Lambsdorff Die Deutsche Gruppe der Liberalen Internationalen ist tief betroffen und bestürzt über den Tod unseres Ehrenpräsidenten Otto Graf Lambsdorff. Mit Graf Lambsdorff verlieren wir eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit mit festen liberalen Überzeugungen. Er wird als einer der prägenden Persönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland und des politischen Liberalismus in Erinnerung bleiben. Er war ein Politiker mit klarem ordnungspolitischem Profil, dessen freiheitliches Gesellschaftsbild auch immer geprägt war von der Überzeugung, dass der einzelne Verantwortung für sich selbst und für die Gemeinschaft übernehmen muss.
Graf Lambsdorff lebte Verantwortungsethik vorbildlich vor. Er stand als Parlamentarier, als Bundeswirtschaftsminister, als Bundesvorsitzender der FDP, als Präsident der Liberalen Internationalen und als Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit für seine Überzeugungen ein und trug dazu bei, die Politik in Deutschland nach liberalen Maßstäben zu gestalten. In meiner eignen politischen Arbeit konnte ich Graf Lambsdorff als überzeugten und überzeugenden Föderalisten kennen lernen, der die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten in der Bildungspolitik fördern und ausbauen wollte. Auch hier zeigt sich, dass er keine kurzfristigen und einfachen Antworten suchte, sondern bestrebt war, Politik nachhaltig und langfristig zu gestalten.


Otto Graf Lambsdorff, Patrick Meinhardt und Dr. Wolfgang Gerhardt gemeinsam bei einer Veranstaltung. Graf Lambsdorff war ein Patriot im besten Sinne, der zugleich auch die internationale Zusammenarbeit und die Verankerung Deutschlands in der Weltgemeinschaft gefördert und vorangetrieben hat. Über viele Jahre hat er unter anderem die Arbeit der Liberalen Internationalen als deren Präsident und Ehrenpräsident entscheidend mitgeprägt und war so Gesicht und Stimme des deutschen Liberalismus in der Welt und des internationalen Liberalismus in Deutschland. Durch sein werteorientiertes Engagement und seine Grundhaltung hat er dazu beigetragen, die internationale Zusammenarbeit liberaler Parteien und Organisationen zu fördern und weiter zu vertiefen. Unvergessen bleibt auch sein Einsatz und sein Verhandlungsgeschick für eine Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter. Sein internationales Ansehen, sein besonderes Engagement in dieser Frage und sein überzeugender Einsatz für eine angemessene Wiedergutmachung haben entscheidend dazu beigetragen, dass eine glaubwürdige und gerechte Lösung dieser Frage gefunden werden konnte. Auch dadurch hat er dazu beigetragen, das Ansehen Deutschlands in der Welt zu fördern.
Graf Lambsdorff war ein außergewöhnlicher Politiker, der national und international größte Anerkennung erfahren hat. Für uns ist dieser Verlust ein schwerer Schlag. Die DGLI trauert mit der Familie des Verstorbenen und wird Graf Lambsdorff stets ein ehrendes Andenken bewahren – als einer der großen liberalen Staatsmänner.
Patrick Meinhardt, MdB
Präsident der DGLI

